Bezirksorganisation Bruck/Leitha

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Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf vor dem Aus!

Bürgermeister Clemens Nagel sieht in der Entscheidung der Agrana den Standort in Leopoldsdorf zu schließen eine "Katastrophe für die Marktgemeinde Leopoldsdorf im Marchfelde und die gesamte Region": „150 Voll- und 100 Kampanenarbeitsplätze gehen damit verloren, viele Familien werden hart getroffen. Außerdem bedeutet es eine eklatante finanzielle Einbuße für die Gemeinde. Bis zu 300.000 Euro an Kommunalsteuer fehlen damit noch zusätzlich zu den Corona-bedingten Einbrüchen bei Kommunalsteuer und Ertragsanteilen.“

LHStv. Franz Schnabl sieht Bundesministerin Köstinger und LHStv. Pernkopf gefordert, das Gespräch und Wege zu suchen, die die Arbeitsplätze in der Region erhalten: „Es ist eine Frage der Selbstversorgung Österreichs mit Zucker solche Produktionen im Land zu halten.“ Auch der Umweltgedanke dürfe dabei nicht unerwähnt bleiben. „In Brasilien wird für die Anbauflächen Regenwald gerodet“, meint Schnabl: „Wir hätten die Versorgung Österreichs nicht mehr selbst in der Hand. Die „grüne Lunge“ der Welt in Südamerika wird weiter dezimiert und der negative ökologische Fußabdruck von Zucker würde sich, durch die weite Anlieferung, mit einem Mal stark vergrößern.“ Ein breit angelegter Nachdenk- und Gesprächsprozess, der alle Eventualitäten mit einbezieht, sei nun das Gebot der Stunde – von Kurzarbeits-Varianten bis hin zu staatlich gestützten Zukäufen von Zuckerrüben.

Nationalrätin Katharina Kucharowits weiß um die Sorgen und Nöte vieler Beschäftigter und deren Familien: „Sollten seitens des Bundes und Landes tatsächlich keine Mittel und Wege mehr gefunden werden, die Schließung abzuwenden, stellt dies für viele Menschen in der Region eine Tragödie dar. In einer Zeit, in der Arbeitsplätze ohnehin durch Corona verloren gehen, muss die Rettung oberste politische Priorität genießen.“

Auch die Präsidentin des NÖ Landtags LAbg. Karin Renner, SPÖ-Bezirksvorsitzende des Bezirks Gänserndorf sieht einen schweren Schlag für die Region: „Der Abzug eines derart großen Betriebs ist ein schwerer Schlag für die Gemeinde Leopoldsdorf und die gesamte Region. Das letzte – von der Unternehmensführung eingeräumte – Zeitfenster muss von der verantwortlichen Landwirtschaftsministerin und ihrem Pendant im Land NÖ nun genutzt werden, um ein Fiasko für eine ganze Region abzuwenden. Voller Einsatz für die Beschäftigten und das Marchfeld ist gefragt.“

BM Köstinger und LHStv. Pernkopf gefordert, alle Möglichkeiten des Verbleibs auszuloten