Bezirksorganisation Bruck/Leitha

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Flexible Kinderbetreuungszeiten

Schichtdienst, Wochenendarbeit, Überstunden: ArbeitnehmerInnen sollen flexibel sein. Wer Kinder hat, kriegt da ein Problem. Nun wurde von Schwarz-Blau auch noch der Zwölf-Stunden-Tag durchgepeitscht, gleichzeitig aber die Finanzmittel für die Kinderbetreuung gekürzt.

„Kinderbetreuungseinrichtungen haben die Aufgabe, die Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder zu unterstützen, wenn sie arbeiten gehen. Deswegen müssen Öffnungszeiten auch flexibler werden: Je nach Bedarf sollen Eltern die Wahlmöglichkeit haben, ob der Kindergarten nur vormittags oder auch am Nachmittag in Anspruch genommen wird. Jeder Familie in Niederösterreich muss es möglich sein, Kinder und Beruf zu vereinbaren“, erklärt LAbg. Rainer Windholz. Es gehe einerseits um eine längere Betreuung der Kinder, aber auch um Angebote zu anderen Zeiten, meint Windholz und weiter: „Für Menschen, die im Schichtdienst arbeiten – im Krankenhaus oder in der Pflege, als PolizistInnen oder im Einzelhandel – ist es wichtig, dass es auch in sogenannten Randzeiten Möglichkeiten gibt, die Kinder gut betreut zu wissen. Außerdem muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wo zukünftig bis zu zwölf Stunden pro Tag gearbeitet werden soll, gewährleistet sein. Sonst hängt die berufliche Zukunft vieler Familien in der Luft.“

Der Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten steigt. Deshalb sei es an der Zeit, noch einmal über diese Gelder zu verhandeln, da demnächst einige wichtige 15a-Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern auslaufen, bei denen auch die Bereiche der Krippen und Kindergärten mitfinanziert wurden. Windholz warnt deshalb noch einmal ausdrücklich vor der Kürzung dieser Gelder: „Für viele Familien und vor allem Frauen in Niederösterreich könnte dieses geplante Budget ein riesiges Problem darstellen. Diese müssen sich jetzt schon maximal flexibel zeigen und an die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen anpassen.“ Knapp ein Viertel der NÖ Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. ein Drittel der Kindergärten bieten gar keine Nachmittagsbetreuung an. Zudem sei das Gratis-Kindergartenjahr nur halbtägig, die Eltern brauchen aber ganztägige Angebote, erklärt WIndholz: „Deswegen darf gerade bei der Kinderbetreuung nicht gespart werden, vielmehr muss ein Ausbau erfolgen! Mit der Kürzung des Budgets ist das so wichtige Ausbauprogramm gefährdet.“

Die Realität in Niederösterreich ist derzeit aber nichts für Eltern: Die Kinderbetreuungseinrichtungen sind zu wenig flexibel, haben zu kurze Öffnungszeiten – in Niederösterreich haben nur 17,2 Prozent der Kindergärten nach 17 Uhr geöffnet – und stellen vor allem in den Ferien und an anderen Schließtagen die Eltern vor große Herausforderungen. Niederösterreichische Kindergärten haben im Jahr 31,7 Schließtage, damit liegt unser Bundesland im unteren Mittelfeld. Im Sommer kommt es oft vor, dass Eltern nicht gemeinsam Urlaub machen können, weil die Kinderbetreuung aufgeteilt werden muss.

„Wie wichtig es ist, nicht nur vom Familienland Niederösterreich zu reden, sondern das Familienland auch zu leben“, meint Windholz

Familienfreundlichkeit entwickelt sich immer mehr zum Standort- und Wettbewerbsfaktor. Flexible Arbeitszeitmodelle erfordern auch flexible Kinderbetreuung. Deswegen wollen wir niederösterreichischen SozialdemokratInnen kostenfreie, qualitative Kinderbetreuung auch am Nachmittag und über das ganze Jahr“, spricht sich Windholz aus, dass das Land NÖ die Dringlichkeit für den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen erkennt und mit der Bundesregierung verhandelt, um eine Rücknahme der Budgetkürzung zu erreichen.